Conan Exiles – Preview zum Early Access

conan exiles steam

 

Als Funcoms MMORPG „Age of Conan“ Ende des vergangenen Jahrzehnts das Licht der Spielewelt erblickte, war das Entsetzen groß. Das eigentlich brillante Rollenspiel litt unter unzähligen Bugs und war vor allem in den ersten Monaten nicht zuletzt aufgrund beharrlicher Serverprobleme nahezu unspielbar. Und auch wenn sich „Age of Conan“ vom Release-Desaster zum größten Teil erholen konnte und bis zum heutigen Tage von einer treuen Community am Leben erhalten wird, konnte sich Funcom nie wieder von jenem Makel befreien. Dementsprechend groß war die Skepsis, als der skandinavische Entwickler das Survival-MMO Conan Exiles als Early-Access-Titel ankündigte, das Release-Datum mehrfach verschob und das Spiel letztlich Ende Januar 2017 als Alpha-Version veröffentlichte.

Serverprobleme zum Release

Die gute Nachricht: Conan Exiles leidet in der aktuellen Version nur unter wenigen Kinderkrankheiten und ist im Vergleich mit anderen Early-Access-Titeln nahezu bugfrei. Die schlechte Nachricht: Aufgrund des großen Spielerandrangs lässt die Performance der öffentlichen Server derzeit noch zu wünschen übrig. Unlängst wurden sogar alle offiziellen Server vorübergehend geschlossen, da Funcom sich genötigt sah, den Server-Anbieter zu wechseln. So viel zum üblichen Release-Chaos.

Ist das Server-Ärgernis (z. B. auf einem privaten Server) dann erst einmal überwunden, stellt sich die Frage nach den eigentlichen Qualitäten des Spiels. Dabei fällt auf: Gleich zu Anfang wirkt so manches vertraut. Nach erfolgreicher und nicht unbedingt jugendfrei gehaltener Charaktererstellung findet sich der Spieler in einer unwirtlichen Wüstenlandschaft wieder und muss sich um Nahrung, Wasser sowie allerlei Crafting-Materialen kümmern, die es mit den bloßen Händen einzusammeln gilt. Ist der gröbste Hunger gestillt und das erste angriffslustige Tierchen mit den eigenen Fäusten zur Strecke gebracht, besteht dann wirklich kein Zweifel mehr: Conan Exiles bedient sich bei den Größen des Survival-Genres wie etwa Ark oder „Rust“ und hat sich auf die Fahne geschrieben, mit der Extra-Prise aus dem Conan-Universum das besondere Etwas zu bieten.

Beinahe unbegrenzte Möglichkeiten

Und jene Rechnung scheint tatsächlich aufzugehen. Stellte Ark bisher das wohl unterhaltsamste Bindeglied zwischen Survivler und RPG dar, scheint Conan Exiles bereit, die nächste Stufe zu erklimmen. Neben den vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten von Charakter-Talenten und Crafting-Fähigkeiten stellt das Spiel dabei nicht zuletzt das Building-System in den Mittelpunkt. Dank des ausgefeilten Gebäude-Systems ist es Spielern möglich, ganze Dörfer samt Burgen zusammenzuzimmern, die mit verschiedenstem Interieur versehen werden können. Jene Dörfer können dann von Gilden bewohnt, mit Abwehranlagen bestückt und von Sklaven auf Vordermann gebracht werden. Der Kreativität jedes einzelnen Spielers ist also kaum eine Grenze gesetzt.

Auch wenn das Spiel bereits in der laufenden Early-Access-Phase über einige PVE-Elemente wie etwa zu versklavende NPCs verfügt, ist das Gameplay fraglos auf PVP-Gefechte ausgelegt. Im besten Fall treffen zwei voll ausgebildete Gilden aufeinander und versuchen, sich gegenseitig um ihre Habseligkeiten zu erleichtern. Hierbei kommen dann Conan-typische Waffen wie Äxte und Schwerter zum Einsatz und sorgen im Genre-Vergleich doch für recht blutige Auseinandersetzungen.

Conan Exiles Fazit – Angriff auf den „Ark“-Thron

Auch wenn das aktuelle Server-Chaos derzeit noch etwas die Freude trübt, schwingt sich Conan Exiles auf, der neue Stern am Survival-Himmel zu werden. Die stimmige Charakter-Entwicklung, das grandiose Building-System und das atmosphärische Conan-Setting verfügt bereits im Early-Access-Stadium über enormes Potenzial. Sollte es Funcom im weiteren Entwicklungsverlauf zudem gelingen, ein herausforderndes Endgame sowie ein phantasievolles Modding-Netzwerk zu etablieren, dann könnte Conan Exiles zu den ganz großen Gewinnern des Gaming-Jahres 2017 gehören und „Ark“ vom Genre-Thron stoßen. Wer hätte das gedacht!

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